Die Öffnung der Betriebe als Allheilmittel

Der Bund und die Länder werkeln an einer Öffnungsstrategie als Hilfsmaßnahme für die gastronomischen Betriebe. Was für den Rest von Deutschland als aktiver Schritt zur Unterstützung der Branche erkannt werden könnte, entpuppt sich aber als weniger hilfreich für Gastronomen. Dies ist ganz klar wenig mehr als ein erster Schritt. Und das noch nicht einmal für jeden Betrieb. Bars, Kneipen und Diskotheken sind meist weiterhin außen vorgelassen und haben noch immer keine Perspektive. Genauso müssen Betriebe ohne Außenbereich in einigen Bundesländern auch noch auf eine Öffnung warten. Das diese Strategie nicht wirklich als Lösung funktioniert, wollen wir einmal näher beleuchten.

Ein Gedankenspiel zur Öffnung

Zur Veranschaulichung der Situation zur Öffnung geben wir mal ein kleines Szenario. Sie besitzen ein Restaurant mit 25 Tischen mit jeweils vier Stühlen. Das sind 100 Personen bei maximaler Auslastung. Laut gesetzlicher Vorgabe dürfen nur 50% der Tische (ungefähr 13) genutzt werden. Weiterhin bleiben Stühle frei, da man nicht fremde Personen an denselben Tisch setzen kann. Mit einem großzügig bemessenen Schnitt von 2,5 Menschen pro Tisch ergibt das 32,5 Personen für das gesamte Restaurant, was eigentlich bis zu 100 Leute fassen kann. Gleichzeitig haben Sie ihr gesamtes Personal in der Warteschlange, dass sie in der Zeit vor Corona beschäftigten und das für 100% Auslastung aufgestellt ist.

Warum diese Lösung wirtschaftlich nicht wirklich funktioniert

Wie sollen sie mit 32,5% der Einnahmen die Personalkosten für 100% der Beschäftigten decken? Damit sind vermutlich fast die ganzen Einnahmen allein nach diesem Kostenpunkt weg und Sie können realistisch gesehen nicht alle Mitarbeiter beschäftigen. Als nächstes haben Sie weitere Betriebskosten zu decken, wo einiges an Fixkosten zusammenkommen, die unabhängig von der Gästezahl sind. So zum Beispiel bezahlen Sie Miete auf Vor-Corona-Niveau, die auf Volllast ausgelegt ist, ohne das die Einschränkungen zu berücksichtigen. Viele Unternehmen konnten in dieser Zeit Zuschüsse beantragen, aber wo bleibt nach dieser Rechnung genug Geld übrig, um die dadurch entstandenen Schulden oder deren Zinsen zurückzuzahlen?

Bei einer Öffnung fehlen die Gäste

Das wichtigste, um überhaupt erst Geld in die Kassen zu bekommen, sind die Gäste. Doch wer kommt überhaupt? Viele Restaurants sind auf Touristen angewiesen. Doch diese sind aufgrund der Reiseeinschränkungen selten zu finden. Bei Öffnungszeiten bis 20 Uhr haben viele Beschäftigte wenig Zeit nach der Arbeit noch etwas essen zu gehen. Mit den weiteren notwendigen Schutzmaßnahmen für Gäste und Service ist es zweifelhaft, ob wirklich eine Atmosphäre aufkommt, in der sich die Kunden wohlfühlen. Da auch Menschen aus anderen Branchen wirtschaftlich zu kämpfen haben und in einigen Familien das Geld knapp wird, werden sich die Betroffenen mehrmals überlegen, für was sie ihr Erspartes ausgeben wollen.

Deshalb haben wir von Anfang an auf andere Lösungswege gedrängt, um unserer Branche zu helfen. Diese haben wir als Forderungen formuliert und an die Politik gestellt. So kam dann auch der Gedanke für unseres Motto „Wir geben den Löffel ab!“ für diese Woche. Wenn ihr mitmachen wollte, dann schickt uns eine Nachricht und wir senden euch unser Storyboard.

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Jan Kösters
    7. Mai 2020 18:42

    Wir als Gasthof und Hotel „Roter Hirsch“ leben von Familienfeiern. Wir können mit den geforderten Maßnahmen ohne unsere Hauteinnahmequelle nicht arbeiten. Bleiben also gechlossen. Am 16.05. werden wir unser 50 Jähriges Familenunternehmen nicht wir gewohnt feiern, sondern wir werden eine kleine Trauerfeier abhalten.
    Wir möchten uns morgen beteiligen beim Löffel abgeben. Wo sollen wir hin kommen? Nach Dresden oder ins Gebirge ?

    Antworten

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